Region Soproni

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Die dicht an der östereichischen Grenze zwischen den Kiefernwäldern der "Lövérek" und den Weingärten, die gute Weine liefern, gelegene Kleinstadt mit subalpinem Klima ist besonders reich an Kulturdenkmälern. Sie wurde 1975 mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet. Das heutige Sopron entwickelte sich aus dem alten römischen Ort Scrabantia, einer wichtigen Station an der Bernsteinstraße, die von Nord nach Süd durch Europa führte.

Skulpturen, Steinmetzarbeiten und Mauerreste des einst reichen römischen Forums sind im unteren Geschoss des Feuerturms, des 61 Meter hohen Wahrzeichens der Stadt, ausgestellt. In den oberen Stockwerken des Turms kann man eine Ausstellung über die Stadtgeschichte besuchen. Der stimmungsvolle barocke Hauptplatz wird von der im Volksmund "Ziegenkirche" genannten Benedektinerkirche mit gotischem Gewölbe und barocker Innenausstattung beherrscht Im 17. Jahrhundert war sie Schauplatz von Krönungen und Landtagessitzungen.


Das Storno-Haus mit dem barocken Erker ist eines der am häufigsten besuchten Museen des Landes. Es ist prall gefüllt mit Antiquitäten und heimatkundlichen Exponaten der berühmten Sammlerdynastie Storno.

Das Generalhaus war im 17. Jahrhundert im Besitz des Bürgermeisters. Später nahmen die Militärkommandanten der Stadt hier Quartier.

300 Jahre älter ist als das Fabricius-Haus. Es ist das wertvollste weltliche Bauwerk der Stadt, dessen Mobiliar den bürgerlichen Geschmack des 17. und 18. Jahrhunderts widerspiegelt. In seinem mittelalterlichen Keller befindet sich ein römisches Lapidarium. Hier gibt es auch eine Trias-Skulpturengruppe, die einst das römische Kapitol schmückte.

Das Gambrinus-Haus wurde ebenfalls im gotischen Stil erbaut.

Die Sammlung der schönsten Apothekeneinrichtungen und auch seltene Sachbücher sind im Apothekenmuseum zu sehen.

Im so genannten mit einem Erker geschmückten Caesar-Haus hat man eine stimmungsvolle Weinstube eingerichtet und darüber, im ersten Stock, wurde eine Aquarellausstellung eröffnet.

Die alte Synagoge stammt vom Ende des 13. Jahrhunderts. Im Obergeschoss informieren Exponate über das religiöse Leben der Juden in Sopron. Das Eggenberg-Haus wurde im 17. Jahrhundert im Baustil der Spätrenaissance errichtet. Das Wappen des Herzogs von Brandenburg schmückt das Tor, im Hof der Loggia ist das Wappen der Hohenzollern auszumachen.

Die 600-jährige gotische Kirche Sankt Georg wurde im Barockstil umgebaut, die Fresken stammen aus dem 18. Jahrhundert.Im Burgviertel mit den verwinkelten Gassen und kleinen Plätzen des mittelalterlichen Stadtkerns locken heute elegante Geschäfte in den kleinen Kaufmannshäusern von einst zum Einkaufsbummel. Hier befindet sich auch die wunderschöne Mariensäule.

Individuelle Stimmung strahlt die Zettl-Langer-Sammlung aus, denn sie umfasst Möbel, archäologische Funde, Waffen und Gemälde. Die gotische Heiliggeistkirche aus dem 14. und 15. Jahrhundert gehört mit zu den wertvollsten Denkmälern der Stadt. Eines der imposantesten Bauwerke der bürgerlichen Barockbauten ist das vor 300 Jahren errichtete Zwei-Mohren-Haus, dessen Portal von zwei Mohren bewacht wird.

Der Turm der gotischen Kirche Sankt Michael aus dem 15. Jahrhundert ist 48 Meter hoch und überragt die Stadt. Der wertvollste Schatz der Kirche ist die aus Holz geschnitzte Madonna. Museumsstraße wird die "Templom utca" genannt, wo sich verschiedene Galerien und Sammlungen aneinander reihen.

Im ehemaligen Franziskaner- und später Benediktiner-Ordenshaus ist der mittelalterliche Kapitelsaal erhalten geblieben, ein großartiges Baudenkmal des 13. Jahrhunderts, dessen reicher Schmuck - Skulpturen und Wandgemälde - in Ungarn seinesgleichen sucht.

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Das Bergbaumuseum im ehemaligen Esterházy-Palais demonstriert anhand von Modellen die Entwicklung des Bergbaus und präsentiert zu diesem Thema Darstellungen der bildenden Kunst und des Kunstgewerbes. Im Esterházy-Palais des 17. Jahrhunderts ist eine Ausstellung über Forstwirtschaft, Holzindustrie und die Geschichte der Vermessungstechnik untergebracht. Das evangelische Landesmuseum wurde im Pfarrhaus eingerichtet . Das im Spätrenaissancestil erbaute Arkadenhausbietet Textilien und Exponate der Schmiedekunst.

In Ungarns einzigem Bäckermuseum können Sie Backstube, Bäckerwohnung, Konditorei und Zuckerbäckerei anschauen. Die heimatkundliche Ausstellung präsentiert Gegenstände aus dem volkstümlichen Alltag im Komitat Sopron. Sie macht die Besucher mit 23 Handewerks- und Gewerbearten bekannt. An gleicher Stelle finden Sie das Franz-Liszt-Museum mit Ausstellungen über Stadtgeschichte, Volkskunst und angewandte Kunst.

Die Lövérek-Berge überragen die Stadt Sopron. Sie gehören zum Landschaftsschutzgebiet von Sopron und bieten ideale Ausflugmöglichkeiten. Zudem sind sie auch aufgrund ihrer blühenden Alpenveilchen berühmt. Der 23 Meter hohe Aussichtsturm auf der Károly-Anhöhe (398 m) gestattet einen weiten Rundblick. Das im Kiefernwald herrlich gelegene Waldbad verfügt über eine Schwimmhalle und ein Freibad.

Das beliebte Seemühlenbad ist ebenfalls mit dem örtlichen Lienienbus erreichbar.

Selbst in der Umgebung der Stadt gibt es viel zu sehen. So zum Beispiel die imposante Bergkirche mit ihrer Barocktreppe und die Klosteranlage in der Gartenstadt von Sopronbánfalva.

An einen ägyptischen Felsentempel erinnert der Steinbruch von Fertőrákos, der schon zu Zeiten der Römer als solcher diente und aus dessen Steinen so mancher Wiener Palast erbaut wurde. Heute wird der Steinbruch als gigantische Kulisse für sommerliche Opernaufführungen genutzt. Sofern man sich die Mühe macht und die Wendeltreppe nach oben steigt, wird dies mit einem unvergleichlichen Ausblick auf den Neusiedler Seebelohnt.

Einwohner: zirka 55.000

die Stadt im Südwesten des Neusiedler Sees, blickt auf eine lange Tradition als Handelsplatz zurück: An der Bernsteinstraße gelegen, profitierte sie vor allem im 16. und 17. Jahrhundert von ihrer geopolitischen Lage - im 18. Jahrhundert gehörte Sopron, wo es nach wie vor eine beträchtliche deutschsprachige Minderheit gibt, zu den zehn meistentwickelten Städten Ungarns. Der damals vorhandene Reichtum ist noch heute sichtbar: Die Stadt, deren mittelalterlicher Stadtkern bis heute fast unversehrt ist, besitzt insgesamt 115 Baudenkmäler und 240 denkmalgeschützte Gebäude. 1975 erhielt Sopron den Europa-Preis, eine internationale Auszeichnung für die Denkmalschutzarbeit.

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Nach dem Ersten Weltkrieg sollte die Stadt, in der es auch heute noch eine große deutschsprachige Minderheit gibt, Hauptstadt des Burgenlandes werden. Bei einer Volksabstimmung im Dezember 1921 entschieden sich allerdings 62,5 Prozent der Bevölkerung für den Verbleib bei Ungarn. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hat sich die Stadt bereits zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum entwickelt - ein Aufschwung, der noch nicht zu Ende sein dürfte. Bekannt ist Sopron, das sich in den 90er-Jahren zu einem Einkaufsdorado vor allem für WienerInnen entwickelte, auch wegen seiner mehr als 120 Zahnarztpraxen.

Das Weingebiet umfasst 1755 Hektaren

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Die Dreifaltigkeitssäule aus dem 17. Jahrhundert ist ein Kunstwerk des ungarischen Barock. In der evangelischen Kirche (Templom utca), die durch einen vergoldeten Altar und einer kunstvoll geschnitzten Kanzel geziert wird, finden regelmäßig Orgelkonzerte statt. Ein weiteres eindrucksvolles neogotisches Bauwerk des 19. Jahrhunderts ist die Kirche der Ursulinen. Vor ihr steht ein Marienbrunnen aus dem 18. Jahrhundert und im Oratoriumssaal wurde die Sammlung der Soproner römisch-katholischen Kirchenkunst mit Holzschnitzereien und Goldschmiedearbeiten untergebracht.

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Die kühlste Weinregion des Landes mit dem meisten Niederschlag liegt an den Hügeln um den Neusiedler-See. Der Boden besteht aus miozänen Steinen, Ton, Kalkstein und Sandstein, darüber liegt lössiger Lehmboden und brauner Waldboden. Das kühle Klima und der kalkige Boden machen die hier angebauten Rotweine säurebetont und reich an Gerbsäure. Die Rotweine aus Sopron sind männlich, obwohl ihr Alkoholgehalt nicht sehr hoch ist.

Typische Rebsorten: Blaufränkisch, Zweigelt, Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Traminer und Chardonnay.